30.4.2012
Wieder Worringen
"Wollt ihr nicht aufsteigen?" fragte uns zwischenzeitlich einer unserer Gegner, und tatsächlich, an diesem Sonntag konnte man den Eindruck gewinnen. Nicht nur, dass einige Leistungsträger fehlten, auch die Anwesenden lieferten einen teils uninspirierten Auftritt. Und das, obwohl wir gewarnt waren, da wir uns in der Vergangenheit bereits mehrmals gegen Worringen schwer getan hatten. So hatten wir mit einem Unentschieden in der Saison 2008/09 den Aufstieg verspielt, in der Folgesaison setzte es sogar eine Niederlage, die erneut den Aufstieg stark gefährdete. Es reichte letztlich dann doch noch. Nach unserem einjährigen Intermezzo in der Verbandsliga waren wir nun also unter ähnlichen Vorzeichen zurückgekehrt.
Zu Beginn ein paar Schwierigkeiten, an Brett 1 wählte Christian eine Eröffnungsvariante, die scheinbar eine Figur kostete. Und Brett 4 blieb zunächst verwaist, Ulf war noch gar nicht im Spiellokal eingetroffen. Sollten wir hier ganz schnell 0:2 in Rückstand geraten? Doch dann aufatmen, Ulf trudelte ein, nachdem er sich durch den Düsseldorfer Marathon gekämpft hatte. Und auch Christian zeigte, dass der vermutete Nachteil nur ein scheinbarer gewesen war. Alles gut, zumal auch die hinteren Bretter einen vorteilhaften Eindruck machten.
So gab es dann zwei schnelle Remisen von Nile und Morteza. Bernd hatte die Qualität erobert, während Harald in einen gefährlichen Angriff geriet. Nach einem weiteren Remis von Ulf konnte ich dann nach Figurengewinn einen vollen Punkt erzielen, womit wir tatsächlich 2,5:1,5 in Führung gingen. Die Freude währte jedoch nur kurz, da Günter M. am letzten Brett in ein unentrinnbares Mattnetz seines Gegners geraten war, und auch Harald die Wiederlegung des gegnerischen Angriffs ausließ. Als dann auch noch Bernd seinen Vorteil aus der Hand gab, war nichts mehr zu holen. Diese drei Partien gingen glatt verloren, weshalb Christian getrost ein weiteres Remis annehmen konnte.
Besonders ärgerlich: Esch hat zeitgleich wie erhofft seinen Kampf gegen Dormagen gewonnen, wodurch ein Aufstiegsendspiel am letzten Spieltag möglich gewesen wäre.
Christoph Merkle
23.1.2012
Ernüchterung zum Jahresanfang
Das neue Jahr begann gleich mit einem der beiden Spitzenspiele, die wohl über unseren Aufstieg entscheiden würden. In Bestbesetzung reisten wir nach Dormagen und waren recht optimistisch, dass wir unsere Tabellenführung würden verteidigen können. Allerdings waren wir in solch entscheidenden Situationen in den vergangenen Jahren nie besonders erfolgreich, was sich leider auch an diesem Tage wieder zeigte.
Mark-Nils hatte ein Opfer nicht gut genug durchgerechnet und kam in erheblichen Nachteil, ich selbst hatte die Eröffnung schlecht behandelt und stand von Beginn an in der Defensive. Immerhin waren die anderen Bretter noch ausgeglichen, leichter Nachteil unter Umständen bei Christian, dafür sah es bei Hubert und Burkhard recht gut aus. Morteza gelang es dann eine Qualität zu gewinnen und sorgte für einen Hoffnungsschimmer. Allerdings spielte er in der Folge so kompliziert, dass wir befürchten mussten, er würde den Vorteil wieder aus der Hand geben. Das geschah zum Glück nicht und so konnte er nach Niles absehbarer Niederlage zunächst einmal ausgleichen. Christian fand ins Spiel zurück und konnte das Remis sichern. Ein Zeitnotdrama dann erneut bei Hubert, er musste sich in einer Stellung mit vielen taktischen Möglichkeiten verteidigen und leider gelangte sein Gegner in entscheidenden Vorteil. Trotzdem blieben wir im Spiel, da Ulf wieder ausgleichen konnte. Ein kleines Plus im Endspiel hatte er stetig und geduldig bis zum Gewinn ausgebaut. Somit 2,5 zu 2,5.
Ungeachtet dieses Zwischenstands kam wenig Freude auf, da sich nicht nur in meiner Partie absolut kein Gegenspiel ergab, sondern auch Günter nun das Läuferpaar des Gegners gefährlich heimleuchtete. Diese beiden Partien waren glatt verloren und damit der Kampf entschieden. Nicht jedoch für Burkhard, der sich mit einem frischen Kaffee in sein Leichtfigurenendspiel vergraben wollte, wo doch der Rest zum Aufbruch mahnte. Er hatte das Endspiel allerdings richtig eingeschätzt und konnte den vollen Punkt erkämpfen, der zum 3,5 zu 4,5 verkürzte.
Christoph Merkle
7.11.2011
Auswärts daheim
Am 3. Spieltag konnten wir uns die zuvor eingeplante Anreise nach Euskirchen ersparen, da das Spiellokal in Euskirchen leider nicht zur Verfügung stand. Glücklicherweise konnten wir unsere eigenen Räume als Alternative anbieten. Allerdings war auch hier früh für Spannung gesorgt, da das am Morgen geöffnete Spiellokal von unbekannte dritter Hand wieder verschlossen wurde. Zum Glück wurde uns rechtzeitig und schnell wieder Zugang verschafft.
Auch wenn wir nach Studium der Aufstellung des ebenfalls nicht in Bestbesetzung antretenden Gegners trotz der Ausfälle zahlreicher Stammkräfte als Favorit an die Bretter treten sollten, war uns von vorneherein klar, dass die 2 Punkte erarbeitet werden müssen.
Überraschender weise lief es anfangs so gut, dass man nach einer knappen Stunde von einem deutlichen Sieg ausgehen mochte. Johann Naicu, der zu seinem ersten Punktspieleinsatz kam, hatte zuerst einen Angriff des Gegners abwehren müssen und konnte – da der Angriff überzogen wurde – im entstandenen Endspiel mit einer Mehrfigur sicher die Führung einfahren. Harald Oelze hatte sich eine sehr schöne Position erarbeitet und stand mit einer Mehrfigur auf Angriff. Christian Heckötter und ich konnten ebenfalls offensichtliche Stellungsvorteile genießen. Christian hatte seinen Gegner in gewohnter unspektakulärer Manier samt gedecktem Freibauer eingeengt, sodass es nur eine Frage der Zeit zu sein schien. Ich hatte eine sehr solide Stellung aufgebaut und konnte fest mit Bauerngewinn oder Abschneiden eines Läufers rechnen. Zudem drohte meiner Stellung keine Gefahr.
In der Zwischenzeit hatte Ramin Rahimlu jedoch eine Qualität geben müssen und Erwin Peters hatte für die Mehrfigur gegen ein paar Freibauern anzukämpfen. Erwin musste dann leider die Waffen strecken. An den Brettern von Ulf Brosziewski und Morteza Ziabari war nicht allzu viel los. Leichtsinnig unterschätze ich in meiner Partie, mittlerweile mit „Mehrfigur“ die Aktivität der gegnerischen Springer. Ich gab eine Qualität für einen der Springer um eventuellen Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen. Ramin hatte mittlerweile die Qualität zurück gewinnen können und stand optisch ein wenig besser im Endspiel mit Turm und Dame. Allerdings sprach aufgrund der aktuellen Positionen nichts gegen ein sicheres Remis. Harald stellte in seiner schönen Stellung einen Läufer ein und fand sich in einem Turmendspiel mit 2 Minusbauern wieder. Da Christian den Punkt souverän einfuhr und mein Gegner die Qualität aus Unachtsamkeit zurück geben musste, war der nächste Punkt nach wenigen Zügen gesichert.
Ulf stand mit knapp 2 Minuten und wenigen Zügen vor der Zeitkontrolle ausgeglichen und nahm das Remisangebot seines Gegners umgehend an. Harald hatte noch tapfer weiter gekämpft, aber nachdem es 4 – 2 stand und Morteza der Stellung nach mindestens einen halben Zähler einfahren sollte, gab er auf. Morteza führte die Partie zum Sieg, so dass ein 5 – 3 zu verbuchen war.
Mark-Nils Niederreuther
Jugend: SF Müngersdorf U12 - SV Erftstadt I U12
Der erste Mannschaftskampf fand bereits am 09.10.2011 statt und muss trotz der Niederlage als deutlicher Erfolg verzeichnet werden, da es neben den Partien aufgrund des Engagements der Eltern für alle kostenlos Kaffee, Kuchen, Getränke, Hot-Dogs und viel Spaß gab. Eine Bewirtung, die sicher im Schach nicht gewöhnlich aber für uns selbstverständlich ist, damit die „Kämpfer“ und das Publikum angemessen entlohnt werden.
Die Partien liefen wie im U12-Jugendbereich zu erwarten relativ zügig mit Chancen auf beiden Seiten. Eine Figur mehr oder weniger ist nicht immer von entscheidender Bedeutung und so wechselten sich die Vorteile an den Brettern stetig ab. Schlussendlich musste man der Erfahrung der Gegner an 3 Brettern Tribut zollen. Zumindest konnte mit einem halben Punkt eine glatte Null verhindert werden, wobei selbst dies uns nicht gestört hätte. Schließlich war es die erste Turnierpartie für unsere „Kleinen“ und ein Sieg allein macht die Freude am Schach nicht aus. Trotzdem hoffen wir natürlich für die weiteren Begegnungen gerne auch auf volle Punkte.
Mark-Nils Niederreuther
3.10.2011
Müngersdorf Eineinhalb
An diesem Sonntag kam alles zusammen, verlängertes Wochenende, Marathon, Familienfeiern, Gesundheitsprobleme, und was der Gründe mehr waren, dass nur vier Spieler aus der ersten Mannschaft zur Verfügung standen. Es trat somit eine Auswahl Müngersdorf Eineinhalb an, paritätisch besetzt aus erster und zweiter Mannschaft.
Und unsere Ersatzleute schlugen sich prächtig, Erwin und Günter M. zeigten bestes Angriffsschach und setzten ihre Gegner von Beginn an unter Druck. Als Erster jubeln durfte jedoch Christian, wenn auch nur mit verhaltener Freude über einen kampflosen Punkt. Sein Gegenüber am Spitzenbrett trudelte um 11:50 Uhr im Spiellokal ein, was nach neuer Karenzregelung nicht mehr ausreicht um das Spiel noch aufzunehmen. Morteza opferte unterdessen eine Figur, ohne dafür allerdings wirklich starken Angriff zu bekommen. Ich selbst hatte mich schon in der Eröffnung überflüssigerweise in eine Fesselung begeben, die mich bis weit ins Mittelspiel beschäftigen sollte.
Doch zunächst einmal siegten Erwin und Günter ungefährdet, zusätzlich steuerte Christoph D. einen halben Zähler bei. Damit war früh eine beruhigende 3,5 zu 0,5 Führung zustande gekommen. Jedoch hatte Leo inzwischen eine Qualität weniger, Morteza stand mit Minusfigur auf Verlust, und meine Partie schien mit etlichen Bauern weniger auch ein böses Ende zu nehmen. Also kam es auf Hubert an, dessen Gegner einen unangenehmen Bauern auf der 2.Reihe platziert hatte, der aber noch unter Kontrolle war. Leo und Morteza konnten sich bald nicht mehr halten, ich kämpfte noch. Schließlich aber die Erlösung, Hubert konnte seine Partie für sich entscheiden und damit den Mannschaftssieg sichern. Mein Spiel endete im Turmendspiel schließlich unter Mithilfe des Gegners noch remis. Endstand somit 5:3.
Christoph Merkle
12.9.2011
Knapp aber erfolgreich
Ohne Christian und Nile, in der vergangenen Saison zwei unserer verlässlichsten Punktesammler, traten wir zum Saisonauftakt in Longerich an. Da der Gastgeber seine Bestformation aufbieten konnte, war die Favoritenrolle nicht mehr ganz so klar und man konnte sich auf eine spannende Begegnung einstellen.
Als echte Verstärkung erwies sich einmal mehr Morteza, der alsbald das 1:0 erzielte. Meine eigene Partie verlief recht spannend, nach Bauernverlusten hatte sich mein Gegner zu einem spekulativen Turmopfer entschlossen, das in einen gefährlichen Angriff mündete. Nach dessen Abwehr entschied allerdings das Material den Tag und wir konnten unsere Führung ausbauen. Leider stachen aber unsere Ersatzleute nicht wie gewünscht, Ramin und Gerd waren jeweils mit Bauernminorität ins Endspiel gegangen und mussten sich geschlagen geben. In einem Leichtfigurenendspiel mit umgekehrten Vorzeichen konnte uns Günter dann wieder in Führung bringen.
Beim Zwischenstand von 3:2 liefen nun noch die Partien von Hubert, Burkhard und Ulf. Hubert hatte früh einen kreativen Angriff mit zwei Springern gestartet, der allerdings wenig einbrachte und ihn in der Folge unter Druck geraten ließ. Burkhard lavierte ein wenig herum und suchte nach dem entscheidenden Vorstoß. Ulf hatte einen Mehrbauern und stand besser. Alle drei hatten jedoch – wie es ihre Art ist – ein wenig mit Zeitnot zu kämpfen, so dass wir der 40-Züge-Marke bang entgegenblickten. Burkhards Plan ging allerdings bald auf, die komfortable 4:2 Führung war gesichert. In dieser Situation erhielt Ulf ein Remisangebot, das er jedoch ausschlug. Nur um wenig später durch eine Ungenauigkeit seinen Vorteil einzubüßen. Somit wurde es doch nochmal spannend. Umso mehr da Hubert letztendlich im Turmendspiel auf verlorenem Posten stand und Longerich verkürzen konnte. Doch Ulfs Gegner hatte offenbar einen sehr friedfertigen Tag erwischt, denn trotz des Zwischenstands willigte er in ein Remis ein, in einem Endspiel, das durchaus noch Chancen für beide Seiten bot.
Christoph Merkle
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