20.4.2009

Die Kaltschnäuzigkeit hat gefehlt


Diesmal in momentaner Bestbesetzung angetreten war alles möglich beim SV Erftstadt. Ein Sieg musste her um den Tabellenführer noch vom einzigen Aufstiegsrang zu verdrängen. Dass es anders kam lag einmal mehr an fehlender Härte in der entscheidenden Partiephase.

Zu Beginn verlief der Kampf noch in ruhigen Bahnen, meine Partie wurde als erstes remis, nachdem durch einige Tempoverluste und fehlenden Angriffsplan das Spiel verflachte und in ein unerquickliches Leichtfigurenendspiel mündete. Peter Graf erreichte ebenfalls die Punkteteilung, in seinem Spiel war er zeitweilig stark unter Druck, konnte sich aber gut aus der Affäre ziehen. Ein erster Dämpfer war das dritte Remis von Norbert Luecke am Spitzenbrett. Aufgrund seiner überragenden Spielstärke ist der volle Punkt irgendwie schon eingeplant. Eine schöne Kombination mit Vorteil für Norbert deutete auf das erwartete Ende hin, allerdings konnte sein Kontrahent mit einem überraschenden Gegenzug das Unentschieden sichern.

Doch beim Stand von 1,5:1,5 war weiterhin alles drin, vier Partien waren unklar, nur Eneida Perez-Luecke stand verdächtig. Plötzlich schüttelte Hubert Gorißens Gegner minutenlang den Kopf, er hatte eine Qualität eingestellt. Und auch Burkhart Chwallek schien nach Bauerngewinn im Endspiel Läufer gegen Springer auf der Siegesstraße. Der Aufstieg in die Verbandsliga war greifbar nah. Auf einmal jedoch bildete sich eine Traube von Gratulanten um Burkharts Gegner. Was war geschehen? Eine Springergabel bedeutete das sofortige Aus, obwohl die Zeitnot nicht einmal besonders schwer gewesen war.

Nun ging alles ganz schell. Eneida musste ihre Niederlage eingestehen und auch Günter Eichhorst wurde ein Opfer der Zeitnotphase. Er hatte ein Endspiel mit Dame und Turm gegen zwei Türme und einen Läufer, materieller Vorteil aber in einer verzwickten Stellung mit Mattgefahr. Im Duell der flinken Finger konnte Günter nicht mehr alles abdecken und wurde mattgesetzt.

Auf diese Weise hatte Erftstadt die sich bietenden Chancen eiskalt ausgenutzt und uns binnen fünf Minuten drei Niederlagen zum 4,5 : 1,5 zugefügt. Der Kampf war entschieden.

Zu erwähnen bleibt, dass Ulf Brosziewski ein wohl verlorenes Bauernendspiel noch ins Unentschieden rettete und Hubert seinen Vorteil zum einzigen Müngersdorfer Sieg des Tages verwandeln konnte. Endstand somit 5:3.

Christoph Merkle

7.3.2009
 

14. Müngersdorfer Bürgerturnier

Viele bekannte Gesichter trafen sich bei der 14. Auflage des Müngersdorfer Bürgerturniers, die meisten Spieler nahmen schon zum wiederholten Male teil und bestätigen damit die Beliebtheit der Veranstaltung. Aber wie in jedem Jahr hatten auch ein paar vereinslose Bürger den Weg ins Pfarrheim St. Vitalis gefunden, ganz gemäß der Tradition des Turniers, das den Kontakt zwischen Verein und Stadtteil verbessern und neue Schachfreunde gewinnen soll. In diesem Jahr betrug der Preisfond erneut stattliche 580 €, verteilt auf vier Hauptpreise und zwei Ratingpreise. Ein Damenpreis und ein Jugendpreis wurden in diesem Jahr nicht vergeben, da die Mindestteilnehmerzahl in diesem Kategorien nicht erreicht wurde.

Jefim Rotstein verteidigt seinen Titel

Von Beginn an waren die beiden russischen FM Jefim Rotstein und Boris Khanukov die klaren Turnierfavoriten. In diesem Jahr hatte der bulgarische Internationale Svetlin Mladenov (Sieger 2007, Zweiter 2008) nicht gemeldet, und der Müngersdorfer Topspieler IM Norbert Luecke (Sieger 2005) hatte kurzfristig abgesagt. So war die Spitze leider etwas dünn besetzt, lediglich dem KKS-Vertreter Jörg Raasch wurden Außenseiterchancen eingeräumt. In den ersten drei Runden gaben sich die Meister keine Blöße, der Rest des Feldes wurde auf Distanz gehalten. Das direkte Duell in Runde vier endete remis und gab so ebenfalls keinen Aufschluss über den kommenden Turniersieger. In der Vorschlussrunde konnte allerdings der stark aufspielende Christof Wulfken vom Godesberger SK gegen Rotstein ein Unentschieden erkämpfen. Die Vorteile schienen auf Seiten von Khanukov zu liegen, dieser gab allerdings in Runde 7 ebenfalls einen halben Punkt gegen Achim Fokken (Ford) ab und legte damit sein Schicksal in die Hände der Buchholzwertung. Diese entschied dann zu Gunsten von Jefim Rotstein, der damit seinen Titel aus dem vergangenen Jahr verteidigen konnte. Khanukov, Wulfken und Fokken folgen auf den Plätzen.

Ratingpreise bleiben in Müngersdorf

Spannend gestaltete sich das Rennen um die Ratingpreise, in der Kategorie bis DWZ 1900 landete Christof Wulfken unter den Hauptpreisträgern und eröffnete damit neue Chancen für die Nachfolgenden. Manfred Weinmann-Musset (Ford) lag in aussichtsreichster Position, musste sich jedoch in der letzen Runde seinem Teamkollegen Bekritsky geschlagen geben. Altmeister Günter Meinhardt konnte mit einem überzeugenden Sieg noch vorbeiziehen und sicherte sich mit 4 Punkten den Ratingpreis.
Ebenfalls 4 Punkte wies der Sieger der Ratinggruppe bis DWZ 1700 auf. Hier kam es zu einem wahren Fotofinish. Die beiden Müngersdorfer Oliver Ziehm und Ramin Rahimlu waren nicht nur punktgleich sondern auch in der Buchholzwertung gleichauf. So musste die bessere Summenwertung zu Gunsten von Ziehm den Ausschlag geben.
Damit blieben beide Ratingpreise in Müngersdorf und konnten etwas darüber hinwegtrösten, dass die zwei bestplatzierten Müngersdorfer in der letzten Runde eine Enttäuschung erlebten. Sowohl Hubert Gorißen als auch Peter Graf, beide noch im Rennen um die Hauptpreise, mussten in der Schlussrunde eine Niederlage hinnehmen. Gorißen sicherte sich als Gesamtachter den Titel des besten Müngersdorfers.

Reuegeld zeigt Wirkung

Neben dem fairen Turnierverlauf ist in diesem Jahr besonders der Rückgang der kampflosen Partien positiv zu werten. War dies im Vorjahr noch ein echtes Problem, scheint das neu eingeführte moderate Reuegeld hier Wirkung zu zeigen. Von 112 Partien endeten nur 7 kampflos, was einer kampflosen Paarung pro Runde entspricht. So kamen die meisten Teilnehmer in den Genuss von vollen sieben Runden spannender schachlicher Duelle.

Jubiläumsturnier für das Jahr 2010 angekündigt

Anlässlich der Siegerehrung lud der Vorsitzende Günter Eichhorst alle Teilnehmer ein im nächsten Jahr wiederzukommen. 2010 feiern die SF Müngersdorf ihr 75-jähriges Jubiläum und auch das Bürgerturnier erlebt bereits seine 15. Austragung. Zwei gute Gründe das nächste Turnier etwas größer aufzuziehen, weitere Details folgen im Laufe des Jahres.

Christoph Merkle
 
 

1.2.2009
 

Die Schlacht von Worringen

Wir waren ersatzgeschwächt nach Worringen gereist, und so war von Beginn an klar, dass es ein offener Kampf mit Chancen für beide Seiten werden würde.

Harald Ölze machte als erstes remis, zu diesem frühen Zeitpunkt des Kampfes war das noch möglich, da an den meisten Brettern der Ausgang noch offen war. In der Folge wussten Hubert Gorißen und Ramin Rahimlu ihre Partien positiv zu gestalten. Hubert hatte seinen Gegner so eingeschnürt, dass dieser bei Materialgleichstand aber völlig bewegungsunfähig aufgab. Unter Fluchen seines Gegenübers konnte auch Ramin seine erneut souveräne Partie mit einem vollen Punkt abschließen. Die Freude wurde allerdings dadurch getrübt, dass Ulf Brosziewski mit einem Figureneinsteller die Worringer wieder heranbrachte. Peter Graf schickte sich allerdings an, den alten Abstand wieder herzustellen. Doch dann unterlief ihm in hervorragender Stellung ein Patzer, der in sofortigem Friedensschluss mündete. So war beim Zwischenstand von 3:2 für uns weiterhin alles offen.

Mein Gegner hatte in einer scharfen Partie eine Figur geopfert um einen Angriff zu initiieren. Um diesen aufrecht zu erhalten, musste er bald noch eine Qualität nachschießen. Das war dann schließlich zu viel des Guten, als sich der Pulverdampf gelegt hatte, blieb nur noch die Aufgabe. Mit 4:2 befanden wir uns damit eigentlich in einer guten Ausgangsposition, jedoch ließ das Geschehen an den verbleibenden zwei Brettern nichts Gutes erahnen. Burkhard Chwallek hatte gegen den Worringer Spitzenspieler Scharfenberg lange mitgehalten, erlaubte sich dann allerdings kleinere Ungenauigkeiten, die im Läuferendspiel schließlich bestraft wurden. Auch Ralph Hörold kämpfte im Turmendspiel mit Minusbauern ums Überleben, leider hatte er auch noch die schlechtere Stellung. So gelang es seinem Gegner relativ leicht weitere Bauen einzukassieren. Damit war der letztlich verdiente Ausgleich für Worringen besiegelt.

Christoph Merkle
 
 

21.1.2009
 

Ungefährdeter Heimsieg über Berrenrath

Der Wettkampf gegen die 1. Mannschaft der Schachfreunde aus Berrenrath verlief ohne größere Überraschungen der „Papierform“ der Mannschaften entsprechend.

Am Spitzenbrett konnte Norbert schon frühzeitig die Stellung von Willi Meul mit seinen Figuren infiltrieren. Irgendwann konnte der Gruppenleiter schließlich seine Position nicht mehr zusammenhalten und musste sich geschlagen geben.

Burkhardt hatte am zweiten Brett ebenfalls schon relativ zeitig eine dominante Stellung mit Raumvorteil erreicht. Die Realisierung des Vorteils zum Punktgewinn konnte ich leider nicht beobachten, da mich meine eigene Partie ausreichend beschäftigte.

Auch an Brett 3 sah es nach der Eröffnungsphase sehr gut für Müngersdorf aus. Die Partie entwickelt sich aber in der Folge doch recht kompliziert und Peter kam irgendwo vom geraden Pfad ab. Als letzte Partie des Mannschaftskampfs wurde sie schließlich remis gegeben. Eneida hatte es mal wieder geschafft, ihr Lieblingssystem aufs 4. Brett zu bekommen. Ein Freibauer kämpfte sich unter Figurenschutz bis auf des Gegners 7. Reihe vor. Bei knapper Zeit übersah Eneida aber eine Möglichkeit für eine taktische Finesse mit Figurengewinn und musste daher mit ihrem Gegner durch ein deutlich quälenderes Endspiel gehen, welches sie aber klar für sich zu entscheiden wusste.

Günthers Partie am 5. Brett war die einzige, die mich schon frühzeitig zu etwas sorgenvollem Stirnrunzeln veranlasste. Er schien unter Druck geraten zu sein, konnte sich aber irgendwie rauswuseln und plötzlich wurde die Friedenspfeife geraucht.

Die Konstellation auf dem 6. Brett erweckte beim flüchtigen Drüberschauen den Eindruck, dass sich hier beide Seiten gegenseitig mit dem Schlimmsten drohen würden. Ulf und sein Gegner schienen eine Art „Gleichgewicht des Schreckens“ aufgebaut zu haben. Die etwas unübersichtliche Stellung führte zu Fehlern auf beiden Seiten. Nach dem Verlust einer Figur konnte sich Ulfs Gegner noch ein Remis durch Dauerschach sichern.

In meinem Spiel hatte ich mir unter Hergabe eines Bauern eine aktive Druckstellung verschafft. Anstatt mich mit dem erreichten zufrieden zu geben und mir den Bauern auf einfache Weise zurück zu holen, setzte ich weiter auf die Karte „Königsangriff“. Mein Gegner parierte den Angriff geschickt, opferte seinerseits einen Bauern und schob einen anderen auf meine 7. Reihe, wo er zusammen mit einem Turm und einer eingedrungenen weißen Dame meinen König ein wenig nervös machte. Mit Hilfe eigener Mattdrohungen gegen den weißen Monarchen konnte ich Damentausch erzwingen, den vorwitzigen Bauern gewinnen und in ein gewonnenes Endspiel einlenken, das dann durch einen taktischen Witz schnell entschieden wurde.

Unser „High-Scorer“, Ramin, spielte wieder einmal aktives Schach bei dem ihm diesmal allerdings ein Bauer abhanden kam. Es gelang ihm aber in der Folge, die Partie in ein Endspiel mit ungleichen Läufern zu überführen und seinen König lehrbuchmäßig vor den gegnerischen Bauern zu postieren, so dass der halbe Punkt gesichert war.

Dieser Mannschaftskampf wurde also recht ungefährdet mit 6 : 2 nach Hause „geschaukelt“, die „dicken Brocken“ stehen uns aber in den Folgerunden noch bevor.

Ralph Hörold

 
 

9.12.2008
 

Tag der Schwarzsiege

In erneut veränderter Formation traten wir bei Sülz-Klettenberg II an, einer Mannschaft, die in dieser Saison wohl um den Klassenerhalt bangen muss. Aber auch solche Gegner wollen erst einmal bezwungen werden.

So sah es dann zwischenzeitlich auch gar nicht sehr rosig aus. Der erneut stark aufspielende Ramin Rahimlu konnte uns zwar am achten Brett in Führung bringen, Eneida Perez-Luecke verpasste es jedoch, ein wohl gewonnenes Endspiel in ein beruhigendes 2:0 umzuwandeln. Währenddessen standen Burkhard Chwallek, Harald Oelze und ich wirklich schlecht. Eneida einigte sich schließlich auf remis, und alle anderen wussten, dass es galt, eine Schippe drauf zu legen. Zunächst konnte sich Burkhard durch ein gewitztes Dauerschach der drohenden Niederlage entziehen. Anschließend erhöhte Ulf Broziewski auf 3:1. Ulf hatte sich diesmal vorgenommen, erst gar nicht in Zeitnot zu geraten und setzte deshalb sein Gegenüber einfach vor der Zeitkontrolle matt. Sehr souverän agierte auch Günter Eichhorst, der mit einem Mehrbauern nie in Gefahr geriet und einen weiteren vollen Punkt einfahren konnte.

Meine Partie befand sich nun in der Zeitnotphase, und hier wäre es mehrmals möglich gewesen mir den Todesstoß zu versetzen. Doch wie so oft, in der Hast übersieht man die besten Züge. Ich erreichte ein ausgeglichenes Endspiel, bei dem mein Gegner trotz des Spielstandes keine Lust mehr hatte fortzusetzen. Mit diesem unverhofften halben Punkt war der Kampf entschieden. Es passte ins Bild, dass Harald, ehemals mit Minusbauern, sich inzwischen wieder konsolidiert hatte. Schließlich verblieben ungleichfarbige Läufer, auch diese Partie endete remis. Noch besser lief es bei Peter, der ein Damen-Leichtfigurenendspiel in einen sicheren Sieg verwandelte. Somit hatten alle Müngersdorfer, die mit den schwarzen Steinen antreten mussten, ihre Partien gewonnen und damit den wesentlichen Anteil am letztlich deutlichen 6:2.

Christoph Merkle
 
 

17.11.2008
 


Kleine Schacholympiade in Müngersdorf

Da Eneida Perez-Luecke bei der Schacholympiade für die Dominikanische Republik antritt, Norbert als Teamkapitän fungiert und weitere Mannschaftsspieler angekündigt hatten nach Dresden zu reisen, gingen uns die Spieler aus. Einem Verlegungswunsch konnte leider nicht stattgegeben werden und so kam es am Sonntag zum Großkampftag in Müngersdorf.

Beide Mannschaften hatten ein Heimspiel, und wenn schon nicht an 512 Brettern, so wurde immerhin an 16 Bezirksligabrettern gekämpft. Das Endergebnis lautete schiedlich friedlich 8:8 unentschieden. Zu diesem Punktestand hatten beide Mannschaften unterschiedlich viel beigetragen, die Erste (von der dieser Bericht handelt) konnte 5,5 Zähler erringen.

Kurz nach dem Start zeigte sich, dass mein Gegner einen schwarzen Tag erwischt hatte, zuerst verlor er einige Bauern, und stellte wenig später zu allem Überfluss noch eine Figur ein. Nach nur 14 Zügen musste er die Segel streichen. Da auch Burkhard Chwallek, Peter Graf, Günter Eichhorst, Ulf Brosziewski und Ramin Rahimlu gut standen, konnte Hubert Gorißen beruhigt ins Remis einwilligen. Die fünf Genannten gingen in der Folge allerdings recht unterschiedlich mit ihrem Stellungsvorteil um. Burkhard hatte es mit dem ehemaligen Müngersdorfer Norbert Schuldt zu tun, der zwar oft unsolide spielt, dabei aber stets ein paar taktische Tricks auf Lager hat. Und tatsächlich, mit der Mehrqualität im Rücken unterschätzt Burkhard den Angriff des Gegners und findet ein schnelles Ende. Zum Glück hatte Günter eine an sich zähe Stellung mit einem Mehrbauern kurzfristig in einen Sieg verwandeln können, so dass der alte Vorsprung wiederhergestellt war. Bald darauf triumphierte Ramin in seinem zweiten und erneut überzeugenden Einsatz für Müngersdorf. Von Beginn an hatte er ganz auf die Offensive gesetzt.

Etwas weniger aus seinem Vorteil machen konnte Ulf, der in starker Position wohl einfach nicht den notwendigen taktischen Schlag gefunden hatte. Bedrohlich näherte er sich erneut der Zeitnotphase, hier kam ihm dann der Vorteil ganz abhanden und er musste ums Remis kämpfen. Das vermochte auch Peters Gegenüber wacker, zwischenzeitlich hatte auch Peter seinen Vorteil freigiebig wieder hergeschenkt, um dann erneut mühsam nach dem Gewinn zu suchen. Schließlich erhielt er jedoch zwei Figuren für den Turm und konnte durch eine Unachtsamkeit des Gegners schnell gewinnen. So waren dann die notwendigen 4,5 Punkte eingefahren. Alsbald konnte Ralph Hörold ein weiteres Remis beisteuern, in seiner Partie hatte sich, soweit man das beurteilen konnte, nichts Aufregendes ereignet. Es blieb also Ulf, der in einem Turmendspiel mit zwei Minusbauern sehr genau spielen musste, um das Unentschieden zu halten. Er fand die richtigen Züge und stellte den Endstand von 5½:2½ her.

Christoph Merkle
 

8.11.2008
 

In einem spannenden Mannschaftskampf konnte sich die erste Mannschaft in Brühl mit 4,5 zu 3,5 durchsetzen. Das Ergebnis, welches wir in der letzten Saison so oft gegen uns hinnehmen mussten.

Nach einer Stunde ging Brühl in Führung, weil unser 5. Brett leider nicht am verabredeten Treffpunkt und auch nicht im Keller des Brühler Berufskolleg erschienen war. Eine weitere Stunde später remisierte Bernd Skamper seine wohl ausgeglichene Stellung.

Die Überraschung des Tages gelang Ramin. Er spielte in seinem ersten Mannschaftskampf sehr selbstbewusst auf, lehnte ein Remisangebot ab und konnte seinen 400 DWZ Punkte stärkeren Gegner schließlich nach 2,5 Stunden Matt setzen. Das Ergebnis war aufgrund eines Stellungsnachteils etwas glücklich, aber sicher nicht unverdient. Burkhard brachte uns kurze Zeit später in Führung. Er hatte seinen jungen Gegner zunächst positionell und dann auch taktisch überspielt. Zu diesem Zeitpunkt sah ich mich einem heftigen Angriff meines Gegners ausgesetzt. Er opferte eine Figur für 2 Bauern, setzte dann aber ungenau fort. Als ich meinen König umringt von Leicht- und Schwerfiguren in Sicherheit wähnte, übersah ich ein Überlastungsopfer, welches zum sofortigen Tod führen sollte. Ulfs Partie gestaltete sich noch dramatischer. Beide Spieler kamen in einer offenen Stellung in Zeitnot. Als Ulfs Zeit abgelaufen war, sollte die Stellung an einem neutralen Brett rekonstruiert werden, was leider aufgrund der Aufzeichnungen nicht möglich war. Sicher war man sich aber, dass Ulf höchstens 40 Züge absolviert hatte, so dass er seine Partie dann verloren gab.

Jetzt mussten Peter und Eneida unbedingt gewinnen. Peter hatte keine große Mühe das Endspiel mit Mehrbauer und Mehrqualtät für sich zu entscheiden und Eneida hatte nach der Zeitkontrolle auch eine vorteilhafte Stellung erreicht. Ihr war es schließlich vergönnt, nach ungefähr 5 Stunden Spielzeit, einen ihrer Mehrbauern anzubieten und sogleich Matt zu setzen. Zu bemerken bleibt noch, dass Ramin von den Bezirksverantwortlichen zum Spieler des Spieltags gewählt wurde.

Hubert Gorißen 

 

21.9.2008

Erfolgreicher Saisonbeginn für Müngersdorf I


In den Katakomben des City-Hotels erwartete uns zum Auftakt der Bezirksliga West unserer erster Gegner Satranç Club 2000. Ganz klar lautete die Devise diesen Kampf zu gewinnen, da in dieser Saison nur ein Aufsteiger die Bezirksliga in Richtung Verbandsliga verlässt. Einen Fehltritt sollte man sich deshalb besser nicht erlauben.

Großes Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Mannschaft hatte auch Günter Eichhorst, der sich nach einem Kurzremis an die Theke des Hotels verabschiedete. Tatsächlich was die Lage allerdings alles andere als klar. Norbert Luecke hatte etwas Initiative, Burkhard Chwallek zwei Figuren für Turm und zwei Bauern. An Brett drei hatte Peter Graf durch einen Rechenfehler einen Bauern eingebüsst, dafür hatte Hubert Gorißen einen ebensolchen mehr. Eine schwierige positionelle Stellung hatte sich bei Eneida Perez-Luecke ergeben, höchstens leichter Vorteil bei mir und Ulf Brosziewski. Im Gegensatz zur vergangenen Saison, wo in gleicher Situation die Mannschaftskämpfe regelmäßig eine Wende zum Schlechten nahmen, entwickelten sich diesmal die meisten Partien positiv. Norbert konnte sich angesichts des Spielstärkeunterschieds gegen seinen wackeren Gegner schließlich durchsetzten, und sowohl Ulf als auch ich gewannen gegen die Ersatzleute von Satranç eine Figur. Nach etwas weiterer Gegenwehr waren somit drei volle Punkte eingefahren, die Remisen von Burkhard und Peter, der sich zurück ins Spiel gekämpft hatte, bedeuteten schon den Sieg. Auch Hubert ließ sich von einem kleinen zwischenzeitlichen Fehler nicht aus der Ruhe bringen und verwandelte souverän das Turmendspiel mit Mehrbauern. Eneida konnte ebenfalls ihre Partie vorteilhaft gestalten und musste nur noch einen Mattangriff abwehren. Kurz nach der Zeitkontrolle war aber vermutlich der Spannungsabfall zu groß, durch einen Fehlzug mit dem König ging sie ihrem Gegner doch noch ins Netz. Damit lautete der Endstand 5½ : 2½.
 
Christoph Merkle

 

 
________________

Berichte 07/08