18.05.08
Versöhnlicher Abschluss zum Saisonende
Der Tabellenletzte aus Leverkusen war an diesem Sonntag nach Müngersdorf gereist. Und obwohl es nicht mehr um allzu viel ging, wollten wir natürlich vermeiden zum Saisonfinale die rote Laterne von den Gästen überreicht zu bekommen. Da der Gegner mit nur sieben Spielern angetreten war, lagen wir von Beginn an in Führung. Den kampflosen Punkt erzielte Norbert Luecke an Brett eins, was ihm, da gesundheitlich leicht angeschlagen, gerade recht kam. Trotzdem blieb der Kampf lange Zeit offen und als Eugen Haskelman gegen einen 300 Wertungspunkte schwächeren Leverkusener eine überraschende Niederlage hinnehmen musste, schien wieder alles möglich.
Gewohnt offensiv spielten Burkhard Chwallek und Eneida Perez-Luecke und konnten diesmal ihre Stellung auch zum vollen Punkt verwerten. Die Spieler der Bezirksliga können sich gegen diese beiden schon einmal warm anziehen! Nach einer schöpferischen Pause hatte sich Ralf Ehrhard zum letzten Kampf wieder einsatzbereit gemeldet, für ihn reichte es zum Remis in einer sehr ausgeglichenen Partie. Den Matchball konnte dann Mark-Nils Niederreuther verwandeln, dessen Gegner bei allerdings auch schlechterer Stellung die Zeit überschritt. Mein Gegenüber hatte anfangs einen optisch starken Angriff geführt, verlor dann aber in der Rückwärtsbewegung einen Bauern und fand auch im Endspiel nicht mehr ins Spiel zurück.
Günter Eichhorst hatte es diesmal mit einem Jugendlichen zu tun und dieser setzte ihm ganz schön zu. Mehrmals sah Günter sich mit schönen Kombinationen konfrontiert, die zuerst einen Bauern und dann die Qualität kosteten. Da war nichts mehr zu machen, Leverkusen konnte noch auf 2½ zu 5½ verkürzen.
Damit durften wir immerhin unseren zweiten Saisonsieg feiern und das verkorkste Jahr halbwegs vernünftig zu Ende bringen. Die Endtabelle sieht uns auf Platz 10 und zeigt leider auch, dass nur ein einziger Sieg mehr uns den Klassenerhalt beschert hätte. Und dazu gab es beileibe genug Möglichkeiten...
Christoph Merkle
28.04.08
Abstieg
Im Vorfeld hatten einige Rechnungen unter Einbeziehung des Restprogramms unserer Konkurrenten im Abstiegskampf ergeben, dass es gegen Rochade Brauweiler tatsächlich noch einmal eine letzte Chance zum Klassenerhalt geben würde. So zog denn auch beinah unsere stärkste Besetzung ins Feld, um all die vergebenen Siege und verpassten Möglichkeiten dieser Spielzeit vergessen zu machen. Der Kampf entwickelte sich jedoch spiegelbildlich zur gesamten Saison.
Lange Zeit blieb das Geschehen an allen Brettern ausgeglichen, mit etwas Wohlwollen konnte man vielleicht bei Burkhard Chwallek und Eneida Perez-Lücke ein wenig Angriff ausmachen. Wie so oft war es aber leider ein Müngersdorfer der zuerst das Handtuch werfen musste. Hubert Gorißen hatte in der Eröffnung für einen Mehrbauern seinem Gegner die Initiative überlassen, die dieser zu nutzen wusste. Als nächstes einigte sich Helmut Guski auf remis. Auch Günter Eichhorst befand sich alsbald in Schwierigkeiten, die schwarzen Felder seiner Königsstellung waren schwach und der gegnerische Läufer leuchtete bedrohlich hinein. In der Zeitnotphase wurde Günter dann leider eiskalt ausgeknockt.
Ebenfalls noch vor der Zeitkontrolle konnte zumindest Eugen Haskelman seine Partie für sich entscheiden und den Anschluss erzielen. Allerdings zeichnete sich die erneute Niederlage zu diesem Zeitpunkt bereits ab. Bei Eneidas Angriff war nichts Zählbares herausgesprungen, bei mir hatte sich ein sehr remisliches Turmendspiel ergeben und Norbert Lücke hatte gleichfalls ein ausgeglichenes Leichtfigurenendspiel auf dem Brett. Gar nicht zu reden von Burkhard, der seine gute Stellung leider weggeworfen hatte und nun gegen den Verlust kämpfte. Dieser stellte sich dann auch sehr bald ein, während auf meinem Brett bis zum blanken König gekämpft wurde. Da war ebenso nichts zu machen wie bei Eneida, die bei ungleichfarbigen Läufern die Punkteteilung akzeptieren musste. Es half auch nichts mehr, dass Norbert seinen Gegner doch noch niederringen konnte, unser Standardergebnis von 3½ : 4½ war bereits eingefahren.
Somit müssen wir in der kommenden Saison in der Bezirksliga den direkten Wiederaufstieg anpeilen. Insgesamt gesehen steigen wir trotz einigem Pech jedoch völlig verdient ab, da nur EIN Mannschaftskampf (gegen Longerich) gewonnen werden konnte.
Christoph Merkle
07.04.08
Rumpftruppe beinah gegen Eikamp erfolgreich
Dieser erneut sehr dramatische Sonntag begann um 9:30 Uhr mit einem Anruf von Gerd Ries, der sich krank abmeldete. Auch der eiligst verständigte Leo Fassbender konnte nicht mehr einspringen. Da ohnehin bereits die halbe Mannschaft für den Kampf gegen Eikamp abgesagt hatte, sanken die Hoffnungen bereits vor dem Spiel gegen den nominell sehr starken Gegner deutlich. Doch auch das Team aus dem Bergischen Land war mit drei Ersatzspielern nach Müngersdorf gereist. Um uns eine zusätzliche Weißpartie zu ermöglichen, ließ ich das fünfte Brett frei. Hier durfte Rainer Sowa, wenn schon meist verhindert, wenigstens als Strohmann seinen ersten Saisoneinsatz feiern.
So starteten wir um kurz nach elf mit 6 gegen 8, von Norbert Lücke war nämlich noch nichts zu sehen. Gegen Wolfgang Wieferig sollte man sich eigentlich keine Zeitvorgabe erlauben, und auch zu Beginn der Partie schien Norbert noch nicht hellwach. Ungewohnt passiv musste er diesmal seine Partie aus der Verteidigung bestreiten. Unterdessen hatte Bernd Skamper eine Kombination des Gegners übersehen und stand schlecht. Zudem konnte Eikamp pünktlich um 12 Uhr den kampflosen Punkt einfahren. Alle anderen mühten sich redlich, etwas Zählbares sprang jedoch zunächst nicht heraus.
Schließlich musste Bernd sich geschlagen geben, unser Topscorer Norbert konnte ins Remis abwickeln. An dieser Stelle bot auch mein Gegenüber remis an, was ich bei diesem Zwischenstand natürlich nicht annehmen konnte. Dann aber hellten sich die Perspektiven an den restlichen Brettern auf. Burkhard Chwallek hatte seinen Gegner mit einem feinen Springerzug überrascht. Unter mehreren Übeln entschied dieser sich dafür, die Qualität zu geben. Am achten Brett gelang es Ralph Hörold eine Mehrfigur zu erobern, auch Eugen Haskelman hatte sich eine druckvolle Stellung erarbeitet. Nach dieser scheinbaren Wende beeilte ich mich ins Unentschieden einzuwilligen. Burkhard ließ diesmal gar nichts anbrennen und konnte für uns auf 2:3 verkürzen. Ein Sieg schien möglich, da auch Mark-Nils Niederreuther mindestens gleichwertig stand.
Eugen bekam immer mehr Initiative und im Gegensatz zu seinen oft langwierigen Endspielschlachten konnte er diesmal die Partie in einem schönen Angriff vorzeitig für sich entscheiden. 3:3 also noch vor der Zeitkontrolle, eine klar gewonnene Partie bei Ralph und mindestens remis bei Nile. Norbert frohlockte schon und auch die anderen waren bester Stimmung. Sollte tatsächlich endlich der zweite Saisonsieg gelingen?
Trotz auch deutlich vorteilhafter Zeit wurde Ralph nun allerdings nervös, überlegte lange und fand trotzdem nicht die besten Züge. Seine Gegnerin dagegen versuchte, da selbst in Zeitnot, einen letzten Angriff auf dem Königsflügel. Währenddessen ergab sich an Niles Brett mehr und mehr Vereinfachung, ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern, jedoch an einem Flügel. Ralph kam nun schließlich doch noch in Zeitnot und das in einer prekären Situation, da sich seine Gegnerin inzwischen einen Weg zu seinem König gebahnt hatte. Ein paar Züge und einen weiteren Fehler später musste er seine Dame für den Turm geben. Alsbald musste er sich geschlagen geben, was allgemeine Fassungslosigkeit auslöste. So war es an Nile wenigstens noch um das Unentschieden zu kämpfen, doch Bauer um Bauer verschwand, bis eine theoretische Remisstellung auf dem Brett war. Der Gegner ließ sich auch nicht mehr betuppen, wir mussten ins erneute 3,5:4,5 einwilligen.
Christoph Merkle
16.03.08
Erst hatten wir kein Glück und jetzt kommt auch noch Pech dazu
Die Bergischen SF waren ohne ihr erstes und zweites Brett angetreten. Ob es sich nun um Ausfälle handelte, oder ob man glaubte gegen den Abstiegskandidaten Müngersdorf einige Spieler schonen zu können, bleibt dahingestellt. Es bot sich jedenfalls für uns die Chance zwei wichtige Mannschaftspunkte einzufahren, da wir an fast allen Brettern von der DWZ her favorisiert waren.
Welche Mächte des Schicksals dies dann erneut verhindert haben, lässt sich nicht rekonstruieren. Das dritte 3½ zu 4½ in dieser Saison hat alle Beteiligten so niedergeschlagen, dass kein Bericht den Mannschaftsführer erreichte. Einzig Ralf Ehrhard nahm bereitwillig das Ergebnis auf seine Kappe, da er eine gewonnene Partie verpatzt hätte. Zum Beweis fügte er die Notation an, die beim Nachspielen wahrhaft tragische Wendungen offenbarte. Allerdings konnte BSF am Ende 4,5 Punkte auf sich vereinen, was wohl auf eine Beteiligung weiterer Spieler hindeutet. Der wackere Norbert Lücke gewann erneut und bewahrte seine weiße Weste, Mark-Nils Niederreuther konnte den zweiten vollen Punkt beisteuern. Remis spielten Eugen, Eneida und Helmut.
Der sichere Weg zum Klassenerhalt führt nun wohl nur noch über drei Siege, die verbleibenden Gegner sind Eikamp, Brauweiler und Leverkusen II.
Christoph Merkle
01.03.08
Bericht Bürgerturnier
Am 29.02. ging nach sieben spannenden Runden die dreizehnte Auflage des Müngersdorfer Bürgerturniers zu Ende. Das Turnier konnte mit insgesamt 39 Startern einen neuen Teilneh-merrekord feiern und hat sich als Traditionsveranstaltung im Kölner Turnierschach etabliert. Ein umfangreicher Preisfonds von insgesamt 670 € lockte erneut zahlreiche starke Spieler an, darunter drei Fidemeister und zehn ELO-Träger. Doch gemäß dem Leitgedanken des Bürger-turniers fanden auch viele vereinslose „Bürger“ den Weg in das Spiellokal im Pfarrheim St. Vitalis. Aufgrund des Andrangs konnte es insbesondere im zweiten, kleinen Spielsaal schon einmal etwas eng werden. Aber auch dies trägt - ebenso wie die vielen Stammgäste die jedes Jahr gerne wieder kommen – zum familiären Charakter des Turniers bei.
Aller guten Dinge sind drei
Bei seiner dritten Teilnahme in Müngersdorf konnte erstmals FM Jefim Rotstein von den Schachfreunden Brück das Turnier für sich entscheiden. Mit einem komfortablen Vorsprung von einem ganzen Punkt ging er in die letzte Runde und dennoch kam sein Turniersieg noch einmal in Gefahr, als er gegen Bernhard Nagel in sehr prekäre Stellung geriet. Aufgrund seiner großen Erfahrung behielt Rotstein jedoch die Ruhe und konnte sich ins Remis retten. Somit hatten die Verfolger das Nachsehen, darunter Vorjahressieger Svetlin Mladenov der mit 5,5 Punkten auf Platz zwei landete. Punktgleich dahinter Boris Khanukov von der BSW Wuppertal. Nagel, der für den SV Wiesbaden spielt, erreichte den vierten Rang, womit das von der DWZ-Zahl favorisierte Quartett tatsächlich auch die ersten vier Plätze belegte.
Beste Dame und beste Müngersdorferin
Mit einem starken Finish sicherte sich Eneida Perez-Luecke den Damenpreis und wäre als Fünfte fast noch in die Hauptpreisränge gelangt. Am Ende fehlten ihr 1,5 Buchholzpunkte auf Platz vier. Allerdings sicherte sie sich nach 2006 erneut die Vereinswertung und hatte dies auch redlich verdient, nachdem sie im Verlauf des Turniers gegen vier Vereinskollegen antreten musste. Dieser inoffizielle Titel wurde in diesem Jahr durch eine Spende von Norbert Luecke aufgewertet, der 30 € für das beste Vereinsmitglied der SF Müngersdorf aussetzte. Da jedoch keine Doppelpreise vergeben werden, freute sich Hubert Gorißen über diesen Preis, er hielt sich immer vorn im Feld und schloss letztendlich als Siebter ab.
Auch der Ratingpreis<1900 geht nach Müngersdorf
Altmeister Günter Meinhardt hatte mit seinem Sieg gegen Willi Meul das Rennen um den Ratingpreis eröffnet. Mit der hervorragenden Leistung von 4,5 Punkten erlebt er mittlerweile seinen dritten Frühling. Ralph Hörold musste dagegen seine Hoffnungen nach der schnellen Niederlage gegen Eneida früh begraben. Auch Günter Eichhorst mit einem Remis und Man-fred Weinmann-Musset, der gegen seinen Vereinskollegen Evgeni Bekritski verlor, konnten nicht mehr eingreifen. So lag es an Ulf Brosziewski sich mit einem Sieg gegen Lazar Kitanov noch an Günter vorbeizuschieben. In gewohnt ruhiger und zielstrebiger Manier gelang im das, und mit ebenfalls 4,5 Punkten belegte er im Gesamtklassement Platz 9.
Zu viel kampflos im Hauptfeld
Damit war gleichzeitig auch die Wertung DWZ<1700 entschieden, denn hier hatte Kitanov vor der letzten Runde geführt, fiel aber durch die Niederlage auf Rang drei zurück. Dagegen brachte sich Stefan Preuss vom KSK Lasker mit einem Blitzsieg gegen Hans Melters in Front. Er gewann den Ratingpreis als insgesamt 17. mit 4 Punkten. Dass dabei zwei kampflose Zähler auf seinem Konto waren, soll seine Leistung nicht schmälern, hatten doch die Verfol-ger auch den ein oder anderen kampflosen Punkt gesammelt. Trotzdem muss natürlich kritisch angemerkt werden, dass 17 Partien der Abwesenheit eines der beiden Spieler zum Opfer fielen. Ob die Einführung eines Reuegeldes hier Abhilfe schaffen könnte, muss sicher diskutiert werden.
11-jähriger gewinnt Jugendpreis
Auch die Jugendkonkurrenz war davon betroffen, zwei von drei angetretenen Jugendlichen beendeten das Turnier vorzeitig. Damit stand der Sieger schon vor der letzten Runde fest, Taha Adnan gewann mit zwei Punkten den Jugendpreis, der ihm aufgrund der traditionell sehr späten Siegerehrung bereits am frühen Abend überreicht wurde.
Christoph Merkle
18.2.08
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen
In einer Reihe kommen nun einige Gegner aus dem oberen Tabellendrittel auf uns zu, weshalb es gilt, nach der Eichhörnchen-Methode Punkte zu sammeln, wo es möglich ist. Zumindest einer sprang im Duell mit dem Tabellenzweiten SF Ford-Köln I heraus. Da ich erneut nicht live dabei sein konnte, hier Niles Bericht vom Geschehen:
"Ralf hatte schon in der Eröffnung einfach einen Bauern eingestellt. Da schon die Damen getauscht waren und die entstandene Bauernstruktur miserabel war, schien die Partie entschieden, was sie trotz langen Kampfes von Ralfs Seite her war. Bekritski hatte einfach keinen Fehler gemacht. Den ersten Punkt konnten wir aber einfahren, da Norberts Gegner nicht erschien. Eugen erlangte schon kurz nach der Eröffnung großen Vorteil, da sein Gegner die bekannte und offensichtliche Wendung nicht erkannte. Wie wir Eugen kennen, ließ er sich für die restlichen Züge aber noch viel Zeit, wobei er aber ganz sicher punktete. Eneida erreichte trotz anfänglichem leichten Vorteil nur eine remisliche Stellung, in der aufgrund genauem Gegenspiel des Gegners nix zu holen war – daher Punkteteilung. Helmut spielte sehr solide, kam jedoch zu keinem erwähnenswerten Vorteil und durch Zugwiederholung seines Kontrahenten kam es ebenfalls zum Remis. Günter wickelte leider seine eher ausgeglichene Stellung falsch ab, sah den vielleicht einzig rettenden Zug nicht und musste die Waffen niederlegen (als ich ging analysierte er noch mit Norbert zusammen). Ich selbst kam gut aus der Eröffnung raus und erlangte großen Zeitvorteil, so dass mein Gegner nach 17 Zügen nur noch eine halbe Stunde hatte. Da er die Stellung auch falsch eingeschätzt hatte und ich ausnahmsweise mal keinen Fehler machte, konnte ich meine Position Stück für Stück verstärken und mir den Weg Richtung König freikämpfen, wodurch ich erst 2 Bauern und schließlich noch eine Qualität gewann, bevor sein Blättchen nach dem 35. Zug fiel. Allerdings konnte Burkhard leider in Zeitnot eine direkte Remisabwicklung nicht finden, da er das daraus resultierende Bauernendspiel zeitnotbedingt nicht richtig einschätzen konnte. Im Endergebnis ein für unseren Gegner wohl glückliches 4 – 4, wobei man natürlich den kampflosen Punkt nicht außer Acht lassen darf."
Mark-Nils Niederreuther / Christoph Merkle
21.1.08
Wieder Hoffnung in Müngersdorf
Vor dem Kampf gegen Longerich I war klar, dass eine weitere Niederlage wohl den Abstieg bedeuten würde. Ein wahres Endspiel also, und erstmals konnte unsere Mannschaft in Bestbesetzung antreten.
Doch zunächst prägten Ereignisse abseits der 64 Felder das Geschehen. Eugen Haskelman hatte nach der Eröffnung etwas frische Luft geschnappt und lief bei seiner Rückkehr Franz Meier in die Arme, dem Enfant terrible des Kölner Schachsports. Schon einmal war er mit einem Protest gegen Müngersdorf erfolgreich und so witterte er erneut seine Chance.
Obwohl nur als Zuschauer anwesend, entfachte er eine heftige Diskussion und konnte so auch die Mannschaft seines Vereins, die dem Vorfall wohl sonst keine Bedeutung beigemessen hätte, von einer Reklamation überzeugen.
Zwischenzeitlich wurde aber auch noch Schach gespielt. Und wie so oft in dieser Saison lagen wir - nachdem Helmut Guski verloren hatte und Günter Eichhorst ins Remis einlenkte - mit 0,5 zu 1,5 zurück.
Diesmal allerdings zeigten insbesondere die Spieler, die im vergangenen Bericht ein wenig Kritik einstecken mussten, eine tolle Reaktion. Burkhard Chwallek, Hubert Gorißen und Ralf Ehrhard feierten jeweils ihren ersten Saisonsieg. Eneida konnte zudem ein Remis beisteuern. Da am ersten Brett Norbert Luecke wie schon gewohnt die Oberhand behielt, war der Kampf entschieden.
So kam es auf Eugens unter Protest stehende Partie nicht mehr an, die er trotzdem mit ungebrochenem Siegeswillen zu einem positiven Ende führte. 6:2 also das (vorläufige) Ergebnis.
Christoph Merkle
29.12.07
2008 neu angreifen
Gegen 19 Uhr rief ich die SVM-Seite auf, eigentlich nur um nachzuschauen, wie hoch wir denn gegen Godesberg V gewonnen hätten. Doch ein solcher Hochmut scheint in dieser Saison gänzlich unangebracht. Selbst die eigentlich sichergeglaubten Punkte werden derzeit nicht eingefahren, gegen den Tabellenletzten setzte es ein 3:5.
Wie war es dazu gekommen? Da selbst nicht anwesend, war ich diesmal auf die Berichte der Beteiligten angewiesen. Mark-Niels Niederreuther schrieb frustriert von seiner eigenen Partie, die wohl mehrfach gewonnen war, dann aber doch verloren wurde. Nach und nach kristallisierte sich heraus, dass erneut Luecke, Haskelman und Eichhorst gepunktet hatten, die sich in dieser Saison in beständig guter Form befinden. Doch was ist mit den Anderen? Unser international erfahrenes Mittelfeld bekommt keinen Fuß auf die Erde. Kürzlich gelang es Burkhard Chwallek bei einem Turnier in Tschechien die magische 2000er-DWZ-Schwelle wieder zu knacken, in der Verbandsliga läuft jedoch nichts zusammen. Auch die ELO-Träger Gorißen und Perez-Luecke sind bislang weit von ihrem tatsächlichen Leistungsvermögen entfernt. Bisher erreichten Brett 3 – 7 zusammen (!) 1,5 Punkte in 14 Partien. So kann man natürlich in der Verbandsliga keinen Blumentopf gewinnen. Besonders auf diese Spieler wird es ankommen, wenn es in der zweiten Saisonhälfte gilt, den Klassenerhalt doch noch zu sichern.
Daher kann die Losung für 2008 nur heißen neu anzugreifen, am besten bereits im nächsten Kampf gegen SF Longerich I, einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf.
Christoph Merkle
26.11.2007
Scheintot an Totensonntag
Die SF Langenfeld haben ihr Spiellokal gewechselt und konnten uns so an diesem Sonntag in gastlicherem Ambiente empfangen, als noch in der vergangenen Saison. Und wie es sich für nette Gäste gehört, waren wir dann auch gerne bereit die Punkte abzuliefern und erneut mit leeren Händen nach Hause zu fahren.
Den Anfang machte diesmal Ralf Ehrhard, dessen Dame sich früh auf Abwegen befand. Alsbald hatte er zwei Läufer für den Turm gegeben, etwas später lag er eine ganze Figur zurück und gab auf. Nach einem sehenswerten Finish konnte Günter Eichhorst, zur Zeit stark in Form, zunächst noch ausgleichen. Aber ich selbst gab dann den nächsten vollen Punkt ab, als ich nach einem eigentlich natürlich erscheinenden Zug stark unter Druck geriet und Haus und Hof verlor. Wieder schafften wir den Ausgleich, Eugen Haskelman hatte sich am Spitzenbrett nach präzisem Spiel durchgesetzt. Auch das jedoch von kurzer Dauer, denn Ersatzmann Ulf Brosziewski musste nach starkem Beginn dem hohen Niveau in der Verbandsliga Tribut zollen. Zwischenstand 2:3.
Der Blick auf die restlichen Partien ließ schon zu diesem Zeitpunkt erahnen, dass die Wende wohl nicht mehr gelingen würde. Burkhard Chwallek stand von Beginn an defensiv und fand nie richtig in die Partie. Eneida Perez-Luecke hatte zunächst Vorteil, gab diesen dann aber aus der Hand. Einzig Helmut Guski stand halbwegs passabel. In der Zeitnotphase musste Eneida dann die Segel streichen und auch Helmuts Gegner bekam nun Vorteil. So boten wir in unserer Verzweiflung remis in den beiden noch laufenden Partien an, was den Mannschaftssieg für Langenfeld bedeutet hätte. Damit wären wir zumindest noch um drei Uhr nach Hause und mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Langenfelder beschlossen im Gefühl der Stärke allerdings weiterzuspielen, so mussten Burkhard und Helmut weiter ihre misslichen Stellungen verteidigen.
Nebenan hatte derweil ein Anfängertanzkurs begonnen, man konnte nun wahlweise das ungelenke Treiben auf dem Parkett oder dem Schachbrett verfolgen. Stunde um Stunde verging und die Dunkelheit brach herein. Schließlich ergaben sich nacheinander Helmut und Burkhard und machten das 2:6 perfekt. Doch um an den Titel dieses Berichts anzuknüpfen heißt es ja nicht umsonst, dass Totgesagte länger leben...
Christoph Merkle
28.10.2007
Der Abstiegskampf hat begonnen
„Jeder kann Buddha werden“, so das Motto der Ausstellung, die Eneida Perez-Lücke an diesem Sonntag eröffnete. Und tatsächlich ist das Treiben der ersten Mannschaft derzeit nur mit einer gehörigen Portion fernöstlicher Gelassenheit erträglich. Für unsere im Kunstbetrieb aktiven Lückes kamen gegen Schachuzipus Bernd Skamper und Darioush Marzban zum Einsatz.
Zu Beginn wogten die Partien hin und her, es war schwierig einen Vorteil auf der ein oder anderen Seite auszumachen. Bei Eugen musste man sich allerdings ein wenig Sorgen machen, gegen FM Ingo Cordts schien er die Eröffnung nicht mit der gewohnten Sorgfalt behandelt zu haben. Dagegen standen Helmut Guski und Bernd Skamper besser, letzterer hatte auch schon einen Mehrbauern eingesammelt. Vom Nebenbrett sah ich, wie sein Gegner ihm einen weiteren Bauern zur Speise anbot. „Vorsicht, der ist vergiftet!“ wollte ich ihm noch zurufen, doch schon hatte er beherzt zugegriffen. Das kostete eine Figur und die gute Stellung, weshalb Bernd gleich aufgab. So lagen wir also wieder einmal zurück. Hubert Gorißen spielte erneut eine wilde Partie, Ralf Ehrhard hatte in seinem ersten Saisonspiel einen Bauern mehr und stand ganz solide. Bei Günter Eichhorst und bei mir sah es zunächst völlig ausgeglichen aus, unklar die Stellung auch bei Darioush.
Eugen konnte sich schließlich nicht mehr halten, von Beginn an hatte sein Gegner Druck gemacht und sämtliche Versuche des Gegenspiels abgewehrt. Helmut mühte sich im Königs-angriff, fand aber keinen entscheidenden taktischen Schlag und musste dann mitansehen, wie seinem Gegner am anderen Flügel ein siegreicher Bauerndurchbruch gelang. Fast zeitgleich hatte Günter in zähem Ringen Mario Schwark einen Bauern abgeknöpft und ihn wenig später ausgeknockt. Zwischenstand 1:3.
Ralfs Partie war inzwischen in ein Damenendspiel plus Leichtfigur übergegangen, der Mehrbauer hatte sich leider in Luft aufgelöst. Sein Gegner sah ein Dauerschach und zog es vor, in dieser Stellung abzuwarten, was sich an den anderen Brettern ergibt. Und tatsächlich zeigte sich bald, dass an Brett zwei Huberts Angriff der weniger durchschlagskräftige war. Da hatte natürlich auch Ralfs Gegner keine Lust mehr weiterzuspielen und sicherte Schachuzipus den Sieg, 1,5 : 4,5.
Nun ging es nur noch um die Ehre. Darioush und ich nahmen das allerdings sehr ernst, und so konnten wir noch auf 3,5 : 4,5 verkürzen. Insgesamt aber leider zu wenig.
Christoph Merkle
07.10.07
Erste am Marathontag außer Form
An diesem missglückten Sonntag gerieten wir schon auf der Anfahrt nach Mülheim ins Hintertreffen. Unter Rücksichtnahme auf unsere Langschläfer waren wir nicht früher gestartet als gewöhnlich. Die zahlreichen Straßensperrungen aufgrund des Köln-Marathons wollten wir geschickt umfahren. Mit dieser Idee waren wir jedoch nicht allein und so erreichten wir das Spiellokal um 11:20 Uhr. Kulanterweise zog man uns nur 10 Minuten von der Bedenkzeit ab, ein Nachteil der eigentlich nicht spielentscheidend sein sollte.
Nachdem unser Kampf gegen die SF Köln-Mülheim II schließlich begonnen hatte, machte Eugen Haskelman an Brett zwei auf seine Weise die Verspätung wett, indem er bereits nach einer guten halben Stunde ins Endspiel einlenkte. Doch wer ihn kennt, wusste, dass er seinen Gegner in gut spielbarer Position so lange bearbeiten würde, bis etwas Zählbares dabei herausspringt. An Brett acht versuchte derweil Leopold Fassbender, der diesmal als Ersatz eingesprungen war, im Caro-Kann eine seiner berüchtigten Beton-Stellungen anzurühren. Allerdings zeigte sich früh, dass Entwicklungsnachteil und Druck des Gegners ihm zum Verhängnis werden sollten. Bald schon verlor er eine Figur und musste kurz danach aufgeben. Währenddessen hatten sich Norbert Luecke und Burkhard Chwallek beide Vorteil erarbeitet und standen „riesig“. Daher konnte ich - in eine Remisschaukel meines Gegners geraten - mit gutem Gewissen das Unentschieden annehmen, ohne zu versuchen mit einem potenziell fragwürdigen Zug die Stellungswiederholung zu vermeiden.
Der Knackpunkt dieses Mannschaftskampfes war etwas später die Zeitüberschreitung von Burkhard in klarer Gewinnstellung. Statt Ausgleich hieß es damit 0,5 : 2,5. Der gewiefte Volker Epding hatte die Stellung unübersichtlich gehalten und unser drittes Brett im 38. Zug über die Zeit gehoben. Danach ging auch den anderen die Puste aus. Eneida Perez-Lücke, die bereits länger prekär stand, musste aufgeben, und Helmut Guski hatte ein Turmendspiel auf dem Brett, das beim besten Willen nicht mehr als ein Remis hergab – 1:4.
So hieß nun die Marschroute keinesfalls auch nur mehr einen halben Zähler abzugeben. Norbert machte sich die Sache am Spitzenbrett schwieriger als nötig, und auch Eugen suchte immer noch vergeblich nach dem Vorteil in seinem Turm-Leichtfiguren-Endspiel. Günter Eichhorst musste ein Remisangebot seines Gegners ablehnen und stürzte sich stattdessen in einen wütenden Angriff. Allerdings lief er in einen Konter und stellte zu allem Überfluss in Zeitnot die Dame ein. Da nützte es auch nichts mehr, dass Norbert seine Mehrqualität im End-spiel schließlich doch noch zum sicheren Sieg verwandeln konnte, der Kampf war gelaufen.
Der Einzige der sich auf einen Marathon eingestellt hatte war Eugen. Unbeeindruckt davon, dass alle anderen schon fertig waren (inklusive der parallel laufenden Regionalligabegegnung von Mülheim I und Bayer Leverkusen), überführte er sein Endspiel zunächst in ein reines Turmendspiel und schließlich in ein Bauernendspiel. Nach leichten Ungenauigkeiten auf beiden Seiten gab Eugens Gegner plötzlich auf, und keineswegs alle Anwesenden waren der Meinung, dass es dafür einen Grund gab. Endstand somit 3:5.
Christoph Merkle
17.09.07
Unglückliche Auftaktniederlage der 1. Mannschaft
Zum Start der neuen Saison trafen wir auf den SC Pulheim I, jene Mannschaft, deren Aufstieg wir in der vergangenen Spielzeit durch einen Sieg am vorletzten Spieltag verhindert hatten. Entsprechend motiviert trat der Gegner an, auch wenn beide Mannschaften ersatzgeschwächt waren. Bei uns halfen mit Darioush Marzban und Günter Meinhardt zwei Spieler der zweiten Mannschaft aus.
Darioush war es dann leider auch, der durch einen Blackout in der Eröffnung früh eine Figur einstellte. Währenddessen blieb das Geschehen an den meisten Brettern ausgeglichen, Nile schien sich an Brett 6 leichten Vorteil zu erarbeiten. Ich selbst nutzte die etwas spekulative Gelegenheit zwei Figuren für Turm und zwei Bauern zu opfern, geriet dabei jedoch in einen starken gegnerischen Angriff. An Brett 8 konnte sich Meinhardt trotz des Handicaps einer gebrochener Hand gut behaupten und erhielt bald ein Remisangebot des Gegners. Aufgrund diverser Erfahrungen mit seiner Endspielbehandlung riet ich ihm dies anzunehmen. Weil sich auch Niles leichter Vorteil in Wohlgefallen aufgelöst hatte, und er ins Unentschieden einwilligte, stand es nun 1:1.
An Brett 2 hatte es Eugen Haskelman mit Andreas Laschewski zu tun, der in der letzten Saison unserem Topscorer Norbert Luecke mit einem Remis den einzigen Punktverlust beschert hatte. Auch diesmal erwies er sich als starker Gegner und Eugen musste ebenfalls die Punkteteilung akzeptieren. Da Darioush nach zähem Kampf gegen die Mehrfigur letztlich auf verlorenem Posten stand und die Waffen strecken musste, lagen wir mit 1,5:2,5 zurück.
Die Entscheidung brachte einmal mehr die Zeitnotphase, die zu einem fast gleichzeitigen Ende der restlichen vier Partien führte. Zunächst willigte auch Günter Eichhorst in Ermangelung einer Gewinnidee ins Remis ein. Meine Partie musste ich aufgeben, nachdem ich im Angriffswirbel die Übersicht verloren hatte. So mussten nun Hubert Gorißen und Norbert gewinnen, um wenigstens noch ein 4:4 zu erreichen. Und tatsächlich hatte Norbert inzwischen in ruhiger und souveräner Art dem Pulheimer Spitzenbrett die Luft zum atmen genommen und den ersten Sieg für Müngersdorf eingefahren: 3:4.
Wie so oft befand sich Hubert an Brett 3 in höchster Zeitnot und musste in dieser Phase eine Vereinfachung zulassen, die nach absolvierten 40 Zügen bloß zwei ungleichfarbige Läufer auf dem Brett beließ. Die resultierende Stellung war so offensichtlich remis, dass nicht einmal das Mannschaftsergebnis ihn zum Weiterspielen animieren konnte. So war der Kampf bereits nach vier Stunden zu dem für uns unglücklichen Endstand von 3,5:4,5 gelangt.
Christoph Merkle